• Inga

Klimaschutz in den Torf-Mooren đŸŽ„


Moore und Torf sind ein viel diskutiertes Thema. Die Meinungen gehen auseinander und es vermischen sich Fakten und persönliche Ansichten - nicht zuletzt steht der Umweltschutz im Vordergrund.


Die Moore prĂ€gen die IdentitĂ€t der von ihnen eingenommenen Landschaften in besonderer Weise. Die meisten MoorflĂ€chen in Deutschland haben heute nur noch sehr wenig mit ihrem ursprĂŒnglichen Erscheinungsbild gemeinsam. EntwĂ€sserung, Kultivierung und landwirtschaftliche Nutzung haben das Landschaftsbild von mehr als zwei Drittel der deutschen Moore völlig verĂ€ndert.

Peenetal Moor, Mecklenburg-Vorpommern

Torf ist ein organisches Sediment, das in Mooren entsteht. Im getrockneten Zustand ist der Torf brennbar. Er bildet sich aus der Ansammlung nicht oder nur unvollstÀndig zersetzter pflanzlicher Substanz und stellt die erste Stufe der Inkohlung dar.

Mehr Information erhalten Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Torf


Die Moornutzung hat eine wechselvolle Geschichte durchlebt.

Torfabbau war in Deutschland einst weit verbreitet. Wurde Torf frĂŒher vor allem als Brennstoff genutzt, bedient die heutige Torfindustrie den Gartenbau mit Kultursubstraten, die zu 90 Prozent aus Torf bestehen.


Torfabstich in Niedersachsen

Torf ist gefragt: FĂŒr den industriellen GemĂŒseanbau wird er in riesigen Mengen in ganz Europa verkauft. Der Ursprung des Torfs sind vor allem Moore im Baltikum, die durch seinen Abbau immer weiter zerstört werden – mit gravierenden Auswirkungen auf den Klimawandel.


95 Prozent der deutschen Torfabbaugebiete liegen in Niedersachsen. Hier werden jĂ€hrlich rund 6,5 Millionen Kubikmeter Torf abgebaut. Die Nachfrage des Gartenbaus allein in Deutschland betrĂ€gt aber ca. 9 Millionen Kubikmeter. Deshalb wird zusĂ€tzlich Torf aus dem Baltikum importiert. Den Höhepunkt des Torfabbaus erreichten die baltischen LĂ€nder wĂ€hrend der Ära der Sowjetunion in der Mitte des 20. Jahrhunderts.


Durch den Beitritt Estlands, Lettlands und Litauens zur EuropÀischen Union konnten viele Moore als Natura-2000-Schutzgebiete gesichert werden. Allerdings blieben viele der Torfabbau Rechte trotz der Schutzgebietsausweisungen unangetastet.

Die steigende Nachfrage nach baltischem Torf in Europa fĂŒhrt aber zu einer erhöhten Gefahr fĂŒr die noch intakten Moore.


Torfabbau Niedersachsen

So sind bedenkenlos in Deutschland bereits 97 Prozent der Moore trockengelegt worden. Das rÀcht sich nun: Im September hat ein ehemaliges Moor bei Meppen fast vier Wochen lang gebrannt. Das Feuer hatte sich unterirdisch durch den trockengelegten Boden gefressen und war kaum zu löschen.


Schlagartig sprechen nun alle wieder ĂŒber eine urdeutsche Landschaft, die aber fast verschwunden ist.


Wir empfehlen deshalb besonders, den eingefĂŒgten NDR Dokumentationsbeitrag đŸŽ„ am Ende des Blogs anzusehen, welcher in Einzelheiten deutlich macht, von welcher fundamentalen Bedeutung die Moore fĂŒr den Klimaschutz sind und somit derzeit angestrebte Alternativen erforscht werden.


Moore sind Ökosysteme auf höchstem Niveau. Sie speichern Wasser, filtern Schadstoffe, beherbergen faszinierende Lebensgemeinschaften und binden klimafeindliches Kohlendioxid. Es ist daher unerlĂ€sslich sie zu regenerieren oder mit anderen Worten:

Renaturierung – zurĂŒck zur Natur.


Sonnentau - Moor

Was versteht man unter Renaturierung?


Je nach TorfmĂ€chtigkeit dauert der Abbau auf einer FlĂ€che 10 – 20 Jahre. Hierbei ist zu beachten, dass in den meisten FĂ€llen mindestens 50 cm Hochmoortorf fĂŒr die spĂ€tere Wiederherrichtung auf den FlĂ€chen verbleiben mĂŒssen. FĂŒr die anschließende Renaturierung werden alle EntwĂ€sserungsgrĂ€ben verschlossen. Gegebenenfalls mĂŒssen bei Höhenunterschieden in der FlĂ€che noch Polderungen vorgenommen werden um dann einen ganzjĂ€hrigen WasserĂŒberstau von ca. 5 – 10 cm zu erreichen.

So siedeln sich nach Wollgras und Pfeifengras schnell auch die ersten Torfmoose wieder an und es entsteht langsam aber sicher ein sogenannter Schwingrasen. Dann ist es aus SicherheitsgrĂŒnden besser, diese FlĂ€chen nicht mehr zu betreten sondern Fauna und Flora sich selbst zu ĂŒberlassen.


Naturschutzgebiet “Großes Torfmoor”
So bleibt uns allen die Hoffnung fĂŒr die kĂ€rglichen Reste der deutschen Moore: Renaturierungsmaßnahmen lassen “Feuchte Landschaften” neu entstehen und den Klimawandel verlangsamen...

🍀



đŸŽ„ (43.36) NDR Documentaries, published on 16 Nov 2018









REFERENCE

Aurich-Wiesmoor-Torfvertriebs GmbH (viewed 20.22.2018)

https://www.torfvertrieb.de/alles-ueber-torf/renaturierung/

NABU Berlin (viewed 20.11.2018)

https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/moore/moore-und-klimawandel/23375.html

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